Heilkraft aus dem Bienengarten

Was ist das Besondere an Apothekergärten? Es ist die Vielfalt der Pflanzen, Düfte und Farben. Und es ist die besondere Atmosphäre an sonnigen, warmen Tagen mit diesem unablässigen, sonoren Summen der Bienen. Hier ist Leben! Ein Stück heile Welt, das Sie sich ohne große Mühe auch in den eigenen Garten oder auf den Balkon holen können.

 

Gibt es etwa gar kein Bienensterben? Kommt darauf an, was man unter „Bienen“ versteht. Von der Honigbiene werden etwa 900.000 Völker allein in Deutschland gehalten. Ein einziges Volk dieser vom Menschen gezüchteten Nutztiere besteht aus bis zu 60.000 Mitgliedern. Insofern entstand 2019 durch das Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ vielfach der falsche Eindruck, die Honigbiene sei vom Aussterben bedroht.

Von den rund 580 in Deutschland heimischen Wildbienenarten jedoch, die in der Bestäubung mindestens so fleißig wie die Honigbienen sind, ist jedoch laut Roter Liste die Hälfte in ihrem Bestand bedroht, vor allem durch industrielle Landwirtschaft und Flächenversiegelung (siehe unser Gespräch mit Prof. Josef Settele). Aber auch unsere Gartenwüsten und Balkonmonokulturen tragen dazu bei. Wo Kirschlorbeer und unkrautfreier Rasen das Bild bestimmen und nur Geranien und Petunien blühen, finden Bienen wenig bis gar keine Nahrung. Denn längst nicht alles, was für uns Menschen eine Augenweide ist, ist auch ein Lebensraum für Insekten. Zum Glück ist es nicht schwer, einen Garten wildbienenfreundlich zu gestalten. Auch auf einem sonnigen Balkon gedeiht so manche Insektennahrung in Töpfen, Kübeln und Kästen.

 

Pflanzenheilkunde trifft Naturschutz
„Alles hängt mit allem zusammen“, das hat schon der Naturforscher Alexander von Humboldt festgestellt. Gerade in den letzten Jahren beginnen wir immer besser zu verstehen, dass die Menschheit nicht über der Natur steht, sondern ein Teil dieses bedeutsamen Netzwerks ist. Wenn wir Menschen uns die Natur zunutze machen – auch, um unsere Leiden zu lindern und zu heilen –, dann sollten wir das mit Respekt und Achtsamkeit tun. So gesehen kann ein Heilkräutergärtchen der Inbegriff eines ausgewogenen Gebens und Nehmens sein. Denn fast alle heimischen (Heil-)Pflanzen sind im weitesten Sinn wildbienenfreundlich. Sie spielen für das Überleben der Insekten auch insofern eine wichtige Rolle, als viele dieser Gewächse bis in den Herbst Pollen und Nektar bieten, wohingegen auf den Feldern und Obstplantagen nur im zeitigen Frühling, wenn Raps, Obstbäume und Frühjahrspflanzen blühen, reichlich Nahrung zur Verfügung steht.

 

Den vollständigen Beitrag finden Sie in Ausgabe 4/2021

Weitere Aspekte in diesem Beitrag:

  • Vielfalt im Apothekergärtchen
  • Kostbares „Unkraut“
  • Wildbienen – die unbekannten Wesen
  • Bienenfreundliche Heilpflanzen
  • Gut bei Erkältungskrankheiten
  • Hilfreich bei Verletzungen und Wunden
  • Gut für den Verdauungstrakt:
  • Wirkt auf Seele und Psyche

 

Foto: Sven-Hagolani / picture-alliance.com