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Schöne Haut von innen mit Homöopathie

Gerade im Winter häufen sich Probleme mit der Haut, denn Kälte und Heizungsluft entziehen ihr Feuchtigkeit und machen sie empfindlich. Die Naturheilkunde weiß Rat für schöne Haut von innen.

Homöopathie für schöne und gesunde Haut von innen

Verordnete Salben und Cremes führen zwar nach kurzer Anwendungsdauer zu einer anfänglichen Besserung des Hautausschlags, doch dann verschlechtert sich der Zustand der Haut erneut. Danach kann es sogar sein, dass die Haut röter und juckender ist als zuvor. Aus Sicht der Komplementärmedizin ist das Hautproblem mit Salben allein nicht in den Griff zu bekommen. Stattdessen muss von innen, also von der Ursache her, behandelt werden. Auch die Homöopathie sieht das so. Der Hausarzt Dr. Markus Wiesenauer erklärt, welche homöopathischen Arzneien nachhaltig helfen können und welche Rolle die Darmflora bei der Entstehung und Behandlung von Hautleiden spielt.

Salben und Homöopathie (Globuli) können bei Hautproblemen helfen.
Wenn man ein Hautproblem mit Salbe nicht in den Griff bekommt, kann die Homöopathie aushelfen (Bild links: CC0 / SHVETS production / Pexels; Bild rechts: CC0 / silviarita / Pixabay)

Homöopathie für gerötete Haut

Ob Kontaktallergie oder beginnendes Ekzem, eine Entzündung der Haut zeigt sich in vielen Fällen mit einer Rötung. Die Rötung brennt und juckz und ähnelt in Optik und Empfindung einem Sonnenbrand. Diese Symptome weisen aus homöopathischer Sicht auf Belladonna (Tollkirsche) hin. Belladonna D6 wird dabei als klassisches Akutmittel eingesetzt; am ersten Einnahmetag stündlich fünf Globuli, am zweiten Tag etwa alle zwei Stunden. Ab dem dritten Tag, falls überhaupt notwendig, dreimal täglich. Sobald die Hautreaktion abgeklungen ist, kann die Einnahme beendet werden. Auch bei einer beginnenden Nagelbettentzündung ist Belladonna angezeigt. Die Arznei kann verhindern, dass sich eine eitrige Entzündung entwickelt, die medizinische Hilfe erfordert.

Einnahme Belladonna D6

  • Erster Tag: 5 Globuli stündlich
  • Zweiter Tag: 5 Globuli alle zwei Stunden
  • Dritter Tag (wenn nötig): 5 Globuli 3x täglich

Homöopathie bei Neurodermitis

Juckreiz auf der Haut ist unerträglich – und je mehr man kratzt, desto schlimmer wird es, zumal die Haut dabei auch bluten kann. Bei Neurodermitis bringt eine Salbe oft nur kurzzeitig Erleichterung. Aus Sicht der Homöopathie ist eine Behandlung von innen entscheidend, um die akuten Schübe in Häufigkeit, Intensität und Dauer langfristig zu verringern. Auch die Bezeichnung Endogenes Ekzem für Neurodermitis bringt das zum Ausdruck („Endogen“ bedeutet „im Körper entstehend“). Cardiospermum (Herzsame) wird in der Homöopathie seit Jahrzehnten und nachweislich mit Erfolg zur Behandlung eines akuten Schubs einer Neurodermitis eingenommen. Nicht von ungefähr wird diese aus Südamerika stammende Pflanze deshalb als „Kortison der Homöopathie“ bezeichnet. Kleinkinder nehmen bis zu sechsmal täglich drei Globuli Cardiospermum D3, Schulkinder und Erwachsene fünf Globuli. Bei nachlassendem Juckreiz sollte die Einnahmehäufigkeit auf zwei- bis dreimal täglich reduziert werden.

Einnahme Cardiospermum D3

  • Kleinkinder: bis zu 6x täglich 3 Globuli
  • Schulkinder und Erwachsene: bis zu 6x täglich 5 Globuli
  • Bei nachlassendem Juckreiz: 2-3x täglich 5 Globuli

Gut zu wissen: Salben und Cremes

Homöopathische Salben und Cremes können die Wirkung des homöopathischen Arzneimittels unter- stützen. Bei Neurodermitis wird eine Cardiospermum-Salbe oder -Creme (zum Beispiel Halicar von DHU oder Fide- San von Heel) dünn aufgetragen. Diese sollte nur leicht verstrichen werden. Ist die Haut eher trocken-schuppig und gerötet und neigt zu Rissen, passt zur ergänzenden Behandlung eine Mahonia-Salbe oder -Creme (zum Beispiel Rubisan), die sich im Übrigen auch bei Schuppenflechte bewährt. Das zu diesen Symptomen passende homöopathische Arzneimittel ist Petroleum D12, zweimal täglich fünf Globuli. Es wird entsprechend zum Hautbild gegebenenfalls längerfristig eingesetzt und hilft beispielsweise auch, wenn in der kalten Jahreszeit die Fingerhaut wetterbedingt einreißt und sich Rhagaden (tiefe Risse) bilden.

Zusammenhang zwischen Darm und Haut

Dass Hauterkrankungen mit der Darmflora zusammenhängen, belegen immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Mikrobiom. Deshalb hilft es vielen Patienten, ihre Ernährung umzustellen und weniger Fleisch und dafür mehr Gemüse, Kartoffeln und Reis zu essen. Die Einnahme von Natrium chloratum D12, zweimal täglich fünf Globuli vor dem Essen, unterstützt das allgemeine Wohlbefinden und trägt zur Besserung der Hautsymptomatik bei, sodass dann eine Dosis pro Tag reicht. Wichtig: Nach dreiwöchiger Einnahme des homöopathischen Arzneimittels wird eine einwöchige Pause eingelegt.

Übrigens: Mehr Informationen zum Mikrobiom finden Sie in unserem Beitrag "Das Immunsystem: Barriere zu unserem Schutz". Wie Sie Ihr Immunsystem mit der richtigen Ernährung unterstützen können, lesen Sie in unserem Beitrag "Immunsystem natürlich stärken: 11 gute Tipps".

Übersicht: schöne Haut von innen mit Homöopathie

Homöopathie bei Hautleiden (Dosierung siehe Fließtext oben)

 

Belladonna D6 (Globuli)

Rötung, Brennschmerz, leichtes Jucken, beginnende Entzündung, Sonnenbrand, auch bei Kontaktallergie (z. B. durch eine Atemschutzmaske)

 

Cardiospermum D3 (Globuli)

Hochakute Hautentzündung mit extremem Juckreiz

 

Petroleum D12 (Globuli)

Trockene, rissig-schorfige Hautentzündung, eingerissene Haut an Fingern und Zehen, auch bei Schuppenflechte bewährt

 

Natrium chloratum D12 (Globuli)

Gerötete Haut, auch Bildung von Bläschen und entzündeten Hautstellen; oft in Zusammenhang mit anhaltenden seelischen Belastungen

Wie Sie mit Schüßler-Salzen für gesunde Haut und Nägel an den Füßen sorgen können, lesen Sie in Ausgabe 06/2021 von natürlich gesund und munter.

 

Text: Dr. med. Markus Wiesenauer
Titelbild: CC0 / Vlada Karpovich / Pexels